3 Jahre Shanghai

Mindestens

19.07.2016 – Ende

Dienstag, 19.07.2016

 Das Hab’s noch geschafft: Laufen am Bund. Das Hotel ist nur einen kurzen Trab vom Bund entfernt, also no excuses. Um dreiviertel 5 durch die noch fast leere Nanjing Dong Lu zum Bund, einmal nach links zum Obelisk, zurueck bis Indigo und retour. Die Tennisfreunde von der Radtour waren wieder da, genug Wind zum Drachen steigen, Yoga, Tai Chi und Gesang sowieso. Nicht zu vergessen die anderen Laeufer, mit manchmal ungewoehnlicher Kleidung bis hin zum Kleid. Egal, Hauptsache Sport. War fuerchterlich schwuel, aber ich mach das ja nicht jeden Tag; im Gegensatz zu den anderen.

Letzter Buerotag, Verabschieden, das war’s. Ist komisch. Am Anfang des Jahres war ich ein wenig traurig, dass China nun vorbei sein soll. Konsequent habe ich den Beginn aller Ausreisevorbereitungen vor mir her geschoben, Verdraengen nennt man das. Dann musste ich endlich anfangen, mit wenig Begeisterung. Nachdem alles erledigt ist, ist das Warten auf die Ausreise irgendwie unnoetig. Jetzt soll es einfach soweit sein und losgehen. Morgen ist es soweit, dann ist der Kreis endgueltig geschlossen: Flughafen, Einschecken, Ausreisen, Einsteigen und Abflug. Einfach so.

Der Blog bleibt noch eine Zeitlang stehen, ein Jahr verlaengere ich ihn noch, danach wird er zumindest teilweise geloescht. Aber dann hat er sich auch ueberholt.

Wir hatten eine prima Zeit, die nimmt uns keiner mehr, und sind jetzt gespannt auf den Neuanfang dort, wo wir eigentlich zu Hause sind. Es wird ein Neuanfang, das auf jeden Fall. Da gibt es sicher auch lustige Geschichten, aber mit weniger Unterhaltungswert fuer dritte. Deswegen gibt es keinen Heimkehr Blog.

Allen, die fleissig mitgelesen und mir hin und wieder per Kommentar ihre Anwesenheit und Interesse verraten haben, und mich damit zum Weiterschreiben motiviert haben (!), meinen herzlichen Dank! und natuerlich viel Spass fuer die noch in China Bleibenden, und noch viel mehr fuer die, die das Abenteuer gerade vor sich haben. Nur Mut, es lohnt sich!

Deshalb benede ich meinen 3-Jahres-Blog ueber 4 ½ Jahre mit einem Zitat des Schriftstellers, der die erste Trilogie in 5 Banden geschrieben hat:

Good bye, and thanks for all the fish!

18.07.2016 – Abschied

Montag, 18.07.2016

Nochmal mit dem Fahrer im Stau (morgen, letster Tag, fahren wir anders!!!). Er muss nun erst vom Dorf in die Stadt und dann wieder auf’s Dorf fahren. Das kann dauern.

Also 0730 wie immer. Er ist schon um 0630 ‚daheim‘ (falls er das Auto da parkt) losgefahren, und war 30 min spaeter da. So frueh waren doch noch nicht viele wach. Dafuer immer wieder S5, seine Lieblingsstrecke, meine Hassroute. Fast 2 Stunden mit viel Stau, und er liebt die linke Spur, selbst wenn rechts alle fahren. Egal, rumzoffen auf die letzten Male bringt auch nichts, irgendwann bin ich ja angekommen.

Arbeitserlaubnis abgeben, Haus- und Autoschluessel, jetzt loest sich meine chinesische Identitaet langsam auf. Eins meiner Konten behalte ich jedoch! Die Herausforderung wird sein, wie wechsel ich die Telefonnummer? Wahrscheinlich gar nicht. Also ein Konto ohne Zugriff. Aber das loesen wir ganz chinesisch, wenn es soweit ist. Soll keiner sagen, ich haette hier nix gelertn. Es sind noch 36 RMB drauf, Gebuehr 1 RMB/Monat, reicht also 3 Jahre.

Nettes Abschlussdinner mit den Kollegen im Lynn, habe mit meiner Rede sogar den Parteivertreter geruehrt, wenn das mal kein Erfolg ist. Liegt wahrscheinlich daran, dass er kein Englisch und ich kein Chinesisch spricht/spreche. So verstehen wir uns prima.

17.07.2016 – Kreis geschlossen

Montag, 18.07.2016

Das hoechste Gebaede Chinas ist seit Ende 2014 fertig, und irgendwie offen und auch nicht, auf jeden fall duerfen wir rauf, gegen Geld natuerlich: 160 CNY pro Nase. Wir waren schon mal da, wer weiss es noch? Genau, der Abiball (oder?)im 5ten Stock (es geht uebrigens auch 5 Stockwerke nach unten, wird immer ganz stolz erwaehnt. Nur so am Rande); diesmal der 119te auf stolzen 552 m. Das ist entweder zu hoch, oder wegen der Luft zu intransparent, oder man sollte besser abends hingehen, wenn die Lichter angehen. Es fehlt ein bisschen der Wow-Effekt. Hoch, vielleicht schon zu hoch, eher so wie ein chinesischer Pilot beim Landeanflug, wenn der wegen niedriger Wolken den Flughafen sucht. Egal, wir waren oben, Abschluss des Tages im M on the Bund, meinem Lieblingsrestaurant (geniale Aussicht, tolle Atmosphaere, Preise zu hoch, Essen mittelmaessig).

Kreis geschlossen! Jetzt waren wir ueberall nochmal!

16.07.2016 – noch 3, und der Rest von heute

Montag, 18.07.2016

In China glaubt man an das Schliessen von Kreisen, ‚man sieht sich immer 2x‘. Heute habe ich Kreise geschlossen: People Square, Heiratsmarkt, Fuzhou Lu, Bund, Suzhou Creek, Beijing Lu. Eine entspannte Runde durch die Stadt, vorbei an all den Orten, die ich mir zu Anfang angesehen hatte. Der Abschluss.

Abends Yongkang Lu Revival, schnell noch, bevor das ganze abgerissen oder geschlossen wird. Zusammen mit den ganzen Praktikanten, ein paar Expats und den Schoenen und Reichen, alle paar Minuten taucht hier ein Show-off auf, unter Fluegeltuerer geht es nicht. Aber genau deswegen sind wir ja alle da. Spaetabends dann im Evonik Vereinslokal geendet, hier gibt es Kohorten von Evonik Mitarbeitern, die sozusagen ein Abo auf 2 Kneipen haben: Abbey Road ist der regelmaessige Treffpunkt, danach findet man sie im Office bis man nicht mehr kann.

15.07.2016 – 256

Samstag, 16.07.2016

Das ist die Zahl der Kisten bzw. Stuecke, die die Jungs verpackt haben. Da gehen sie hin, einschliesslich Moped. Da eskeine Handbremse hat, oh Wunder, ist unser Vermieter nun um einen Ziegelstein aermer. Hoffentlich nimmt er es mir nicht uebel.

Haus ausgeraeumt, abgesperrt, ausgezogen, Game over. Haben die letzten 5 Naechte ein Hotel in der Stadt, direkt an der Nanjing Dong Lu. Super, um in die Stadt zu gehen, nicht ganz so toll, um ins Buero zu fahren. Fuer die letzten beiden Male jedoch unkritisch.

Heute indisch Essen mit meinem indischen Kollegen, er geht jetzt auch zurueck nach Hause. Danach noch bei der Ladies Night im Camus, geht so. Bin wohl nicht die Zielgruppe. Taxi fahren wird zum Problem. Im ach so tollen Ritz Carlton erstmal keins. Der Pragmatiker dort raet, wir sollen auf der Strasse selber eins fangen. Dort fahren die meisten vorbei, auch die freien, oder fragen nach dem Ziel und nennen Mondpreise. Von wegen und einfach einsteigen. Im Ergebnis sind wir die halbe Strecke zu Fuss gelaufen, bis sich endlich einer erbarmt hat. Und ich dachte immer, die wollen durch Mitnehmen von Leuten Geld verdienen. Sie wollen wohl bloss rumfahren und ihre Macht demonstrieren. Das war frueher anders, bilde ich mir ein. Aber egal, lange ist es nicht mehr.

Gefuehlt ist es jetzt auch gut. Mit dem Wissen, dass es vorbei ist, ist jedes weitere rumhaengen auch nicht mehr reizvoll. Jetzt kann es auch losgehen. Warum dann noch in der Schwuele schwitzen, sich mit Taxis rumaergern und im Stau anstellen. Hilft nicht mehr weiter. Jetzt ist der Abschnitt halt einfach vorbei.

14.07.2016 – noch 5, zwei Drittel sind schon weg

Donnerstag, 14.07.2016

 Umzugsurlaub nennt man das, fuer den Umzug habe ich einen Tag frei.

So geraeuschlos habe ich mir das nicht vorgestellt. Es kommen 5 Mann, fangen puenktlich (!) um 9 an, wie ausgemacht, arbeiten ruhig, aber stetig vor sich hin. Und ein Raum nach dem anderen ist leer. Welcher deutsche Moebelpacker zieht schon beim Betreten des Hauses die Schuhe aus und arbeitet in Socken? Die deutsche Gewerkschaft wuerde das als unzumutbar ansehen, Socken als Berufskleidung vom Arbeitgeber fordern, und beim Finanzgericht waeren Prozesse ueber die Absetzbarkeit von gestreiften Socken anhaengig. Hut ab und Kompliment. Somit gibt es jetzt gar nichts ausgefallenes zu erzaehlen, wie langweilig. Ein bisschen aetzend ist, dass wir jetzt Kohorten von Muecken im Haus haben, die Tuer war den ganzen Tag auf. Allein beim Schreiben des Absatzes haben sie mich dreimal gestochen.

Leider, leider ist es im Moment fuerchterlich feucht, mit Platschregen und Gewitter. Das macht es nicht besser, es werden nur noch mehr Muecken.

War heute das letzte Mal bei meinem Friseur. Wir haben uns nett verabschiedet, da ich doch das letzte Mal da war, und immer meine Freunde ueberredet habe, zu ihm zu gehen. Seitdem hat er viele Laowai als Kunden. Das schreibe ich mir auf die Positivbilanz meiner 4,5 Jahre China.

13.07.2016 – noch 6

Mittwoch, 13.07.2016

Ganz normaler Arbeitstag. Die letzten Kreditkartenpunkte in eine Haengematte eingeloest. Gibt es hier auch. Dann die Karte gekuendigt. Wenn man weiss, was fuer ein Privileg es ist, hier eine Kreditkarte zu bekommen, dann kann man vielleicht nachvollziehen, was das heisst. Wieviele Fluege haben wir damit gebucht, und wieviele Hotels damit bezahlt? Von Taxis, Restaurants, Krankenhaeusern und Aerzten gar nicht zu reden. Cooles Ding, so eine chinesische Karte, und extrem guenstig. Schad drum!

Jetzt die letzten Vorbereitungen fuer den Packereinfall morgen, der Ausverkauf hat begonnen.

12.07.2016 – 7 Tage + 2 Stunden

Dienstag, 12.07.2016

So, die Luftfracht ist weg. Alles mitgenommen, obwohl es nach zu viel ausgeschaut hat. Alles? Fast alles! Den Tee und Kaffee haben sie dagelassen, OK; den Lippenstift auch (!?), und von den Laptops haben sie die Akkus ausgebaut!? Was habe ich jetzt davon, wennd das Laptop ganz schnell in Deutschland ist, aber der Akku nicht? Ich werde versuchen, ob einer meiner Kollegen es transportiert. Sonst muessen wir noch neue kaufen.

Das Konto ist auch leergeraeumt, hat nur eine schlappe Stunde gedauert, wie immer ohne Irren und Wirren. Der Prozess braucht einfach Geduld. Die hatte die Chinesin hinter mir nicht. Modell (sorry) Manieren sind mit dem Kontostand nicht mitgewachsen. Das soll schon mal vorkommen. Erst stand sie mit ein paar Metern Abstand hinter mir, dann ein wenig naeher, dann direkt hinter mir in dem Spearee (VIP Kunde – jawoll); als ich ihr erst auf deutsch, und dann auf chinesisch gesagt habe, sie kann auch draussen warten, hat sie begonnen das Bankmaedel anzubloeken, ein anderes Wort passt nicht. Die hat nur cool das Mikro ausgemacht!! Hier gibt es auf der Bank noch die trennende Glasscheibe zwischen Angestelltem und Kunden, und ein schlatbares Mikro, hat auch Vorteile. Auf jeden Fall lief der Prozess weiter, und sie wird heute Abend ihrer Familie erzaehlen, dass der Laowai wieder so lange gebraucht hat.

Sonst nichts besonderes, war nochmal beim Zahnarzt, nicht, um die Privatversicherung nochmal ordentlich zu schroepfen, nein, habe einfach Zahnschmerzen. Gefunden haben sie nichts, mich dafuer 3x geroentgt, nur weil die ersten beiden Male der Ausschnitt nicht gepasst hat. Ergebnis war trotzdem: man sieht nichts, alles OK, kann gar nicht wehtun.

Abschluss mit Schnitzeltag in der Abbey Road, sollte French Con sein, gepaart mit einem schweizer Restaurant. Morgen die Vorbereitung auf den Umzug.

Heute in der Shanghai Daily die Bestaetigung: die Yongkang Lu wird dichtgemacht,a lso nicht die Strasse, aber alle Kneipen. Schade, das ist bei gutem Wetter eine nette Kneipenstrasse. Liegt es wirklich an Anwohnern, denen der Laerm auf die Nerven geht? Dort wohnen wohl noch Leute in den 2 bis 3-stoeckigen Gebaeuden. Oder raeumt die Stadt einfach auf? Der Paulane rin der Fanyang ist schon dichtgemacht (Lizenz nicht verlaengert), das Sasha’s soll schliessen. Und die ‚Verkehrserziehung‘ wird als Erfolg gefeiert, was sonst?

Meine Mopedwiederinbetriebnahme ist gesichert, alles organisiert, und jetzt finde ich den Tresorschluessel fuer Deutschland nicht mehr! Da sind die Schluessel und Papiere drin. Schoener Mist. Der TUEV Februar 2012 ist zu alt, aber ohne Schluessel auch wurscht.

11.07.2016 - 8 und der Rest von heute

Montag, 11.07.2016

Gestern hat der neue Pflegevater den Hasen abgeholt. Er zieht alleinerziehend (auch das gibt es hier) nach Shanghai, und dachte sich, so haben seine Kids ein wenig Ansprache. Hat unsere Tochter eingefaedelt. So weit, so gut. Nur die beiden Einraeder sind wir nicht losgeworden.

Sonst sind die meisten letzten Kaeufe erledigt. Heute habe ich mich endlich durch die chinesischen Webseiten der Bank gewuehlt, und am Schluss doch angerufen. Und hoere da, ich hatte eine nette, perfekt Englisch sprechende Bankangestellte am Fon. Ich habe naemlich in den letzten Jahren ueber 80.000 Treuepunkte mit der Kreditkarte gesammelt, und wollte die jetzt materialisieren. Was gibt es? 2 Reiskocher (keine Mopeds, echte!), einer davon angeblich computergesteuert. Zumindest laut unserer HR Leiterin, die musste mir die chinesische Beschreibung uebersetzen. Reiskocher 4.0 sozusagen.

Die letzten Banktransaktionen sind somit getaetigt, jetzt wird das Konto aufgeloest. Die Dinge fuer die Luftfracht sind gepackt, fast zumindest. Der juengere Teil der Familie agiert lieber mit dem Manoever des letzten Augenblicks. Morgen kommen die Packer, es gibt 1 Frage und 1 Achtungspunkt: passt alles in die 2 cbm (ich glaube es nicht)? und geht mit, was mitgehen soll und bleibt, was bleiben soll (ich glaube es nicht)? Lassen wir uns ueberraschen.

Morgen mehr, wenn ich dann noch ein Laptop finde.

Noch eine kleine Doku zum Schluss: habe mir gedacht, ich mache mal eine Zeit lang immer an der gleichen Stelle auf dem Weg in die Arbeit ein Foto, hier sieht naemlich die Luft jeden Tag anders aus, wo hat man das schon. Es ist nicht immer exakt die gleiche Stelle, und ich habe es auch nicht kosnequent durchgehalten, anyway, hier ist das Ergebnis, es handelt sich um einen Kindergarten, direkt an der Hochstrasse:

10.07.2016 – noch 10 Tage

Sonntag, 10.07.2016

Mehr ist es nicht mehr. Am Dienstag wird die Luftfracht abgeholt. Also alles dafür zusammenlegen. Dabei ist ein Kriterium: was brauche ich in Deutschland sofort? Da der Container rund 2 Monate unterwegs ist. Das zweite, genauso wichtige Kriterium ist: was verträgt keine Feuchtigkeit? Wir haben Taifunzeit, warm und feucht. So ein Container ist dicht, also ein gelebtes h/s-Diagramm: eingepackt wird bei 34°C und 95% Luftfeuchte, dann wird die Kiste hermetisch verschlossen, und auf dem Seeweg auf etwa 20°C runtergekühlt. Was passiert mit dem Wasser in der Luft? Genau, bildet Pfützen auf dem Boden. Und in dem Klima schmort unser Hab und Gut 4 bis 6 Wochen. Wie wird es da rauskommen? Was machen Kleidung, Papier, Holz, Leder und Elektronik in solch einer Umgebung? Die einen hatten keine Schwierigkeiten, die anderen haben alles weggeworfen. Das befreit natürlich, Feng Shui und die Kunst des Wegwerfens, hätte man das Zeug besser verkaufen können. Ich glaube nicht, dass es gut geht, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Die weiteren Herausforderungen der kommenden Woche: die Packer sollen nur das mitnehmen, was sie mitnehmen sollen, die Bank muss die Kreditkarte rechtzeitig abrechnen, und das verbliebene Geld muss nach Deutschland. Ersteres wird eine wachsame Aufsicht erfordern, manche haben schon den Fernseher des Vermieters zu Hause ausgepackt, die anderen beiden erfordern einfach die richtigen Dokumente und den richtigen Pass. Keins davon darf in die Luft- oder Seefracht geraten sein.

Beim Packen kann man ja immer so ein bisschen Inventur machen, wir haben jetzt massives Overstocking. Von vielem haben wir zu viel: Kaffee, Butter, Tee, Marmelade, Schokolade, und Alkohol. Unmöglich, dass aufzuessen oder auszutrinken ohne sich die Gesundheit zu ruinieren. Angeblich darf man nichts mitnehmen. Findet ein Zöllner die Martiniflasche im Container? Vielleicht im Mopedtank?

Das gleiche gilt für Cash: auf einmal tauchen im Tresor lauter Scheine auf. Die müssen da schon eine ganze Zeit liegen. Unsere Tochter hat über 130 RMB in 1 Kuai Münzen, das ist auch hier schwer auszugeben. Dabei fällt mir auf: man entkommt ihm nie! Er ist auf jedem drauf und omnipräsent. Vielleicht zahlt deshalb hier jeder mit Karte?

Heute soll der Taifun hier landen, bislang ist er jedoch ausgeblieben. Typischer Effekt zu dieser Jahreszeit: super saubere Luft, was so ein Wind so alles ausmacht. Das meldet die AQI App jeden Morgen: suitable for outdoor activities. Macht sie besonders gerne, wenn es draussen schüttet, für sie ist die Luft gut und alles in bester Ordnung. Wer mag schon in einer lauwarmen Dusche bei 30°C Laufen gehen?

Und dann war da noch meine ‚möchte ich noch‘ Liste: Moped, Anzug und Brille erledigt, wir waren endlich beim Shop gegenüber der Schule essen (samstags in den Ferien, da ist es nicht peinlich), und ein paar Möbel gab es auch noch. Alle Aktivitäten, die ich mir noch vorgenommen hatte: ganz schlechte Bilanz, 0% Zielerreichung. Warum auch immer kommen wir am Wochenende ausser zum Einkaufen aus diesem Haus nicht raus. Faulheit?

Habe gerade gesehen, ich dürfte noch 200 Fotos in den Blog einstellen. Das schaffe ich nicht mehr. Habe mir nämlich vorgenommen, mit dem Abflug den Blog einzustellen. Vorbei ist vorbei. Aus Ludwigsburg gibt’s wahrscheinlich auch ein paar Integrationsstories, aber so doll sind die auch wieder nicht. Also stelle ich noch ein paar Fotos zum Spass ein. Morgen kommt der Rechner in die Luftfracht, dann geht für die letzten Tage nur noch Text.

08.07.2016 – Halbfinale

Sonntag, 10.07.2016

Heute, in Deutschland gestern, spielen D und F im Halbfinale, wieder um 3. Ich habe mich wieder aufgerafft. Wir sind wie bekannt rausgeflogen, das bedeutet, ich muss am Montag nicht nochmal aufstehen und mir das Endspiel ansehen. Wunderbar!

So ein Tag im Büro ist nach einem 3 Uhr Fussballspiel auch kein Spass. Einmal reicht.

04.07.2016 – 1.587 Tage oder 5%

Sonntag, 10.07.2016

Meine Mitarbeiter haben für mich einen Abschiedsevent organisiert. Es wurde eine Kombination aus Teamevent: sie mussten unter Anleitung eines Trainers Mannschaften bilden, Türme bauen, Lieder singen, und Party. Mit selber Grillen, grossem Lagerfeuer (leider dem Gewitter zum Opfer gefallen) und einem Rückblick auf die Erfahrungen mit dem Laowai. Auch Mr. Fu, der in jeder Firma vorhandene Parteivertreter, hat uns ein Abschiedsgeschenk überreicht. Während seiner längeren Rede auf Chinesisch (er kann nur chinesisch) haben alle herzlich gelacht. Ich wollte natürlich wissen, was er gesagt hat, HSK2 hat dafür nicht gereicht, die Übersetzung war: ‚alles Gute‘!? Mehr wollten sie mir nicht sagen.

Sie hatten nachgezählt, nach ihrer Rechnung war ich seit 1.587 Tagen in China. Da der Mensch grob 30.000 Tage lebt, habe ich also 5% meines Lebens in China verbracht, das ist nicht nichts.

 

03.07.2016 – 7:6

Sonntag, 10.07.2016

Deutschland – Italien spielt hier am Sonntag, in der Früh um 3! Was für eine Uhrzeit. Früher geht, später geht, 3 Uhr ist der Volltreffer des Wahnsinns. Ein Kollege wollte mich zum Event im German Center animieren. Das ist in Pudong! Abfahrt der Busse an der Schule um Mitternacht, 2 h fahren, Fussball mit free flow Bier, und wieder 2 h heim. Ist ja nett gemeint, aber dafü bin ich zu alt. Kurzentschlossen bin ich doch noch ins LM (La Mesa) geschlappt, das sind nur 2 Minuten zu Fuss. Ein bisschen Vorschlafen, 0230 Aufstehen, und der Versuch, zum Anpfiff ein Bier zu trinken. Das erfordert den ganzen Mann! Wenigstens hat es rentiert, viel Entertainment für die Uhrzeit.

Dann nochmal ein bisschen schlafen, und zum letzten La Vie en Rose Brunch. Ist das ein Edelbrunch, oder nur ein Teuer-Brunch? Egal, ein netter Mittag, free flow Champaign, dekadenter geht kaum.

Besser und intensiver kann man einen Sonntag kaum noch ausnutzen.

01.07.2016 – School’s out

Sonntag, 10.07.2016

Letzter Schultag! Ich war zwar nicht da, just for the record. Wieder ein ‚Abschluss‘. Reden, unsere Tochter hätte einen Mathepreis entgegennehmen können, und heute Abend alle in den Fluchtflieger. Wie jedes Jahr.

Es stimmt übrigens: in dem Moment, in dem man sicher nach Hause geht, gehört man nicht mehr so richtig zur Community. Die ‚Heimgeher‘ treffen sich noch und tauschen ihre Tränchen und Bedenken aus, die ‚Hierbleiber‘ sind schon auf dem Weg zu weiteren neuen Ufern. Ist wahrscheinlich ein natürlich menschliches Verhalten.

30.06.2016 – Letzter Flug

Sonntag, 10.07.2016

In der Früh um 6 zurück aus Singapur, wieder kaum Verspätung. In Singapur das letzte Mal im botanischen Garten laufen, im Food Court essen, mit dem Pullover im Hotel sitzen. Wie immer, draussen 28, drinnen 18°C.

Zum letzten Mal die chinesische Einreisekarte ausgefüllt. Meine Passnummer weiss ich schon ewig auswendig, meine Visanummer kann ich mir einfach nicht merken. Ändert sich gemeinerweise auch jedes Jahr. Brauche ich jetzt aber nicht mehr!

Ich bin pünktlich angekommen, mein Fahrer nicht. Er war wieder der Meinung, er fährt besser ‚seine‘ Strecke: S20. Hat halt eine Stunde länger gedauert. Wir zwei werden keine Freunde mehr.

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